its sunday....

Sonntagnachmittag, Frühlingsgefühle, zwitschernde Fögäl,…Herz, was willst du mehr? Ehm, Eishockeyspielen? Dick rot eingekringelt im Kalender stand das letzte Saisonspiel gegen die Ice Birds in Bäretswil an. Könnten die Bysser den Kopf noch aus der Abstiegsschlinge ziehen oder mit erhobenem Haupt und steifem Glied den letzten Tabellenplatz erben? Rein in die Halle und oh Wunder in der Umkleide! Die war richtig voll und einige unbekannte Gesichter waren dabei! Magic Sven hat mal noch so spontan vor der Eishalle 2 Spieler nach ihrem Game angehauen, ob sie Lust hätten uns zu verstärken. Oh Boy! Und das taten sie! Soviel kann ich ja schon mal verraten. Okay, zurück in die Garderobe, letzte Weisungen vom Captain und los geht’s. Rüstü konnte heute leider nicht, an seiner Stelle stieg Chris in die Hosen. Er sah aus, wie wenn er das wirklich ernsthaft durchziehen wollte, sehr geil! Das Spiel startete, fuck und fuck, nicht bereit gewesen, 0:2 Rückstand. Haha. Okay, Chris ist sicher ein guter Goalie, aber eben kein Rüstü. Egal. Chris (habe ich die Hose gehört??) sah übrigens mit seiner Goaliemaske mit Japanflagge ultraknackig aus. Die Bysser reissen sich zusammen, 1:2. Okay, geht doch. Kurz darauf 2:2 ! Hossa! Boxplay wegen einer dummen Strafe, Konter 3:2 ! Baby, es läuft! Einer der Gastspieler zeigte rasch, wie es gehen könnte. Dann 2 Bysser auf der warmen Strafbank (Ja, nur 4 Spieler beim Bully beim 5:5 auf dem Eis gibt beim 3. Mal verwarnen eine 2 Minuten Strafe). Dieser unnötige Konzentrationsfehler verschuldete das 3:3 kurz vor der Pause. Heute könnte was drin liegen, wenn nicht heute, wann dann? fragte Jean-Claude van Damme (okay, das hab ich jetzt einfach erfunden). Eisputzen, Banane für die, dies brauchen. Chris hatte sich bereits verletzt bei einem Hechtsprung auf den Puck. Er hätte das Spiel beenden können, niemand wäre ihm böse gewesen. Aber die Eier die er zeigte, waren etwa so gross wie bei einem ausgewachsenen Elefantenbullen, der seine Nüsse irgendwo eingeklemmt hat und hart angeschwollen sind (so als Vergleich). Oder grösser. Wir spielen ein veritables Mitteldrittel, mit allem was dazu gehört. Sollten wir wieder mehr Schiessen? Im 1. Drittel hatte das ja einige Tore gebracht. Naja, wir haben ja noch Zeit, dachten sich die Bysser. Und erneutes Boxplay kurz vor Drittelsende. Was machen die Bysser? Konter und höchstens, HÖCHSTENS!!! 2 Sekunden vor der Sirene haut da einer das 4:3 rein! Party, Konfetti, Champagner, Nutten und Koks! Feiern! Doch halt! Es fehlen noch 25 Minuten! Strategie? Verwalten oder Angreifen? Es ist nicht ganz klar und schon in der 1. Minute vom Schlussdrittel kommt der verfickte Ausgleich. Wie? Ganz einfach, Puck ging hinter die Linie des Torhüters, Schiri zeigt Goal an. Blöd. Chris war verletzungsbedingt nicht mehr in der Lage schnell nach oben zu kommen, dieses Handycap versuchten wir zu kompensieren. Wir hätten Powerplay gespielt, aber das sehr schlecht umgesetzt. Drei Minuten später, wieder ein Shorthander, 4:5! Fuck, die Eisvögel wollten doch nicht etwa gegen uns gewinnen? Im Hinspiel hatten wir mit einem Tor geführt und sie drehten das Spiel in den letzten paar Minuten geschickt mit 2 schmutzigen Toren. Heute nicht! Oder doch? Knapp 6 Minuten später Schuss aus der Mitteldistanz, 4:6. Gaggiseich, pfui!! Bully, Dani schnappt sich die Scheibe an der gegnerischen blauen Linie und zieht einfach mal ab Richtung Tor. Und die ist drin! So macht man das, meine lieben Herren! 5:6 und noch knapp eine Viertelstunde zu spielen! Würden die Eishühner nervös werden oder eiskalt auf Sieg spielen? Wir starteten viele Versuche und zogen aufs Tor, schossen sogar, aber das Kollektiv trat zu schwach und zu wenig stramm auf. Einfache Auslösungen waren Mangelware und hätten vielleicht gefruchtet. Solche Themen müssen wir uns vermehrt anschauen und umsetzen. Habe ich Trainingseinheit gehört oder ist das wieder meine galloppierende Fantazie? Nein, das wäre für den Abstiegskandidaten Bandebysser ein ernsthaftes Thema, wo sich alle mal damit beschäftigen sollten. Zurück aufs Eis: Zwei Minuten vor Abpfiff machten sie unseren Illusionen mit dem 5:7 kaputt. Schlusspfiff, ade Tschüss zäme und bis nächstes Jahr. Ist das so? Der Abstieg ist noch nicht ganz sicher, aber auf dem letzten Tabellenplatz mit bloss 1!!!!!!!! regulären Sieg wäre das ja wohl keine Überraschung und somit verdient. Einige Fragen wurden diese Saison aufgewirbelt und stehen im Raum, die wir unbedingt mal anschauen sollten. Hat die Meisterschaft 21/22 Spass gemacht? Jain, Jein und Iein. Wir konnten und durften spielen, aber wenn einfach immer eine halbwegs leere Garderobe Tatsache ist, müssen wir gewisse Dinge hinterfragen. Hoffen wir, dass die Eier von Chris wieder abschwellen, andere Weh-Wehs kurrieren und die Kufen geschärft werden, bevor die Saison 22/23 ansteht. Wäre schön, das eine oder andere Gesicht wieder zu sehen. In diesem Sinne, bleibt schön

Ach du Kacke...

Die FHL-Saison 21/22 neigt sich dem Ende zu, noch 2 Spiele, in welchen wir unsere Bysser-Ehre retten könnten. Aläin Bärsät hat für die restlichen Spiele sämtliche Restriktionen fallen lassen. Würde sich der eine oder andere Bysser aufraffen und sich diese Saison in die Garderobe begeben? Die Googleumfrage hatte ja anfangs Saison eigentlich ganz ordentlich ausgesehen und Interesse von vielen Spielern gezeigt. Jetzt wäre es ja einfacher, so ohne Maske und Zeugs. Doch huch, was war das? Ganze 8 Spieler hatten sich angemeldet? Na, das würde ja nur knapp für eine Kindergeburtstagsparty mit Dj Antoine gut aussehen. Naja…. Ehm, Rolf hatte doch kürzlich etwas von «Zuwenig Spieler sind nie das Problem» in den Chat geschrieben? AHA! Auf erneutes Anfragen hat er dann mal auf die Schnelle nochmals rund 7 Spieler aus dem Hut gezaubert. Das stand der Schreiberling in der Garderobe und meinte erst, er hätte sich in der Garderobe geirrt. Aber ausnahmsweise war das nicht auf seine allgemein präsente Verwirrtheit zurückzuführen, sondern auf die Anwesenheit der von Rolf organisierten Unterstützung. Es waren einige FHL Spieler darunter und dass sah doch auf dem Papier ganz ordentlich aus. 3 Flügellinien, 2 Center, 3 Backspaare. Was für eine geballte Kraft, die sich da versammelt hatte. Einspielen, 1. Bully, GO! Die Albula Red Devils sollten und wollten wir heute vom Eis fegen, wie welkes Herbstlaub vom Autodach. Aber die Raketen hatten wir nicht gerade gezündet, die Linien würden sich erst finden müssen. Nach knapp 5 Minuten Angriff der Devils, Konter und 2:1 Situation. Querpass, 0:1. Würden die Bysser reagieren? Sicher. Irgendwann. Vielleicht… Aber statt zu reagieren spielten wir ein wenig mit und hoppla, vier Minuten später ein erneuter Konter und fast wieder dasselbe Schema und 0:2. Ok, dann spielen wir halt auch ein wenig, ist ja easy, wir sind ja mehr Spieler und so. Letzte Spielminute im 1. Durchgang, 0:3. Aber selbst da war die Stimmung einfach nur lustig und easy. Spass haben, bizli Hockeyspielen. Die Devils aber waren nicht zum Spielen gekommen, sondern zum Gewinnen! Das war der kleine, aber feine Unterschied. Sie nahmen das Heft (nein, nicht den Playboy, nicht Wendy, das Spielheft!) in die Hand und schossen aus allen Rohren. Was wir eben nicht taten, weil, .. weil, weil… Ja, warum schossen wir denn nicht so viele wie die? Es gab Latten-und Pfostenschüsse, aber das reicht nicht. Vielleicht wollten wir sie wiedermal zu schön spielen? Diese Krankheit zog sich durch die ganze Saison, zu wenig zwingende Abschlüsse, ein Schritt zu spät, keine erzwungenen Situationen vor dem Slot. Das Mitteldrittel war ganz anständig, aber wir drückten zu wenig aufs Tempo und mussten immer wieder auf die schnellen Konter der Devils reagieren. Strafen auf beiden Seiten machten den Spielrhythmus kaputt und keine der beiden Teams konnte das zu seinem Vorteil nutzen. Ende des Mitteldrittels gabs noch eine 2+10 Minuten Strafe, das hatte aber keine grossen Konsequenzen. Wir kamen auch zu einem Penaltyschuss, aber leider zog Sven gegen den Devilskeeper den Kürzeren. Das Momentum, das verdammte Momentum! Wir hätten es gerne mal gesehen in diesem Game, aber wir erzwangen es eben nicht. Schlussdrittel. Nach knapp 5 Minuten, Unruhe vor dem gegnerischen Keeper, Pass und frag mich nicht wer, aber ein Held schoss das 1:3! Jetzt, Momentum! LOS! Nein, doch nicht. War es die personelle Überzahl der Bysser, die den Rhythmus nicht optimal in Gang kommen liess? Die Zeit lief uns davon und es war ja nicht so, dass die Devils nur zuschauten. Das war eher unsere Rolle. Rüstü musste sich in seinem letzten Saisonspiel ordentlich strecken und recken und hielt den Kasten sauber, bis zur zweitletzten Minute, wo die Devils nochmals das gleiche Muster abzogen. Konter, Querpass, Tor. So einfach könnte es sein. Die personelle Übermacht hatte sich für einmal nicht ausbezahlt für uns. Abpfiff, Dehnen, Frustkotzerunterschlucken und Duschen. Allmählich wird das zur leiden Gewohnheit. Der Gegner hatte wirklich gewinnen wollen, wir wollten spielen und Spass haben. So wird das halt nie was. Spiele werden vor allem im Kopf entschieden. ABER: Es steht noch ein letztes Spiel an. Wer hilft die Bysserehre zu verteidigen? Sonntag 27.02.2022, Bäretswil, 14:20, Gegner: Ice Birds. COME ON BOYS!

ja, zum scheissen der typ der alle reingemacht hat

«Sonntag ist der Samstag für Amateure» hatte bereits 1991 der grosse Mario Lemieux der Pittsburgh Penguins gesagt und es sich mit dem frisch gewonnenen Stanley Cup Pokal auf der Luftmatratze im Swimmingpool gemütlich gemacht. Über die Jahre hingweg betrachtet, sollte er Recht behalten. Und so standen frühmorgens 3 (!!!) komplette Bysser-Sturmlinien und 2 (!!!) komplette Backslinien in der muffigen Garderobe in Oerlikon und freuten sich auf ein schönes Spiel. Definition Spass: ausgelassen-scherzhafte, lustige Äußerung, Handlung o. Ä., die auf Heiterkeit abzielt. So sollte die Revange gegen die Züri Wizards werden. Das 3:5 aus dem Hinspiel korrigieren, gut aussehen uns Spass haben. Die Truppe war heiss und das tip-tope Eis in Oerlikon machte wirklich gute Laune. 14 Bysser gegen 11 Wizards, das sah vernünftig aus. Der neue Bysserschlachtruf heulte ganz anständig durch die Halle, aber das könnten wir noch lauter. Die Wizards kamen mit Dampf und nach knapp 10 Minuten klingelte es das 1. Mal. Mässig-lässig. Die Bysser waren noch nicht ganz wach und auch 4 Minuten später noch nicht, als es das 2. Mal klingelte. Okay, es klingelte nicht wirklich akustisch, das hätte uns vielleicht sogar aufgeweckt, aus unserem Schönheitsschlaf. Langsam fingen wir dann doch an, so etwas wie Eishockey zu spielen und 2 Minuten vor Schluss schoben die Zauberer zum 0:3 ein! Sauerei! Prompt kam die Antwort in Form von einem schnellen Angriff in derselben Minute und Chris verkürzte auf 1:3. Die letzten 2 Minuten spielten wir mit viel Druck und zeigten, was eigentlich möglich wäre, wenn wir die Eier auspacken und auf den Tisch legen würden. Aber, Abpfiff, Pausentee, Eisreinigung. Am Eis hatte es ja nicht gelegen bisher, das war wie gesagt tiptop. Lemieux schickte uns in der Zwischenzeit eine MMS (die wahrscheinlich letzte, die noch empfangen werden wird, aber das ist ein anderes Thema) von sich und dem biergefüllten Pokal und einer Kartontafel mit den schwarzen, aufgeschriebenen Worten: Come On, Boys! Unser Captain schmunzelte nur und kommentierte das nicht weiter. Okay, Mitteldrittel, ein Hin-und Her und gar nicht so übel. Wir erarbeiteten uns Chancen, konnten sie nur leider nicht ummünzen. Was passiert wenn du keine Tore machst? Antwort A: Nichts. Antwort B: Gloria Estefan. Antwort C: Gegentor. Der geneigte Leser weiss schon was dann geschah, klar, nach einer Viertelstunde das 1:4. Tami. Game läuft weiter, PingPong, Abpfiff, kurze Pause. Okay, wir könnten jetzt die Wizards in Grund und Boden laufen, sind ja weniger als wir. Haha, denkste. Schon in der 1. Minute das 1:5. So gings im Takt weiter, 1:6 und dann ein Glücksmoment, unser C schiesst das 2:6. Würde da noch ein Schlusseffort der Bysser? Nein. Der Spieler der Wizards, der alle Tore entweder selber reinhaute oder direkt auflegte hatte noch nicht genug. Er wollte unbedingt zeigen, dass er wirklich gut spielen kann und ihm machte es anscheinend immer noch Spass, seine Ego-One-Man-Show durchzuziehen. Ich für meinen Teil wollte bereits die Schlittschuhe ausziehen und Duschen gehen. Definition von Spass: Siehe oben. Bei mir persönlich war der Spass massiv verpufft und ich habe den Spieler nach dem Spiel gefragt, was die Wizards ohne ihn machen würden. Sein Lachen sprach Bände. Fairness: Googelt selbst, ich muss mir gerade die Kotzresten vom Mund wegputzen. War ich frustriert: Ja, definitiv. Wurde es noch schlimmer? Aber HALLO! 2:7, 2:8. Die Bysser waren gebrochen. Der Kiefer vom Bysserlogoboy war futsch, den kriegt auch ein Spezialist nicht so easy wieder hin. Topscorer Strübi meinte nur, er brauche nur mal die Scheibe an der blauen Linie und er würde dann schon wissen, was zu tun sei. Ein Mann, ein Wort. Es ging nicht lange, und er bekam seine Chance. Was macht ein Topscorer? Er zieht auf, schiesst und jubelt. Eine Wumme wie sie nicht schöner hätte sein können. Hart, platziert, gerecht. Quasi ein Chuck Norris Schuss. 2 Minuten vor Ende. Laut FHL Homepage war das Endresultat 3:9. Ist das so? Fuck, mir so Scheissegal. Den Spassfaktor solcher Spiele setzte ich auf einer Skala von 1-5 Mario Lemieux Sternen bei max 2 Fucking Sternen. Einen schönen Dank an dieser Stelle für die Unterstützung der knackigen Iisbrecher, die den weiten Weg am Sonntagmorgen auf sich nahmen. Hatte übrigens die Wand eine Mitschuld? Nein, ganz klar NEIN. Rüstü hat Dinge gehalten, die nur ein Rüstü halten kann. Punkt. Einige Tore hätte er halten können, aber ab einer gewissen Klasse gibt sich ein listiger und erfahrener Keeper keine Blösse und lässt eine plumpe, gegnerische One-Man-Show auch mal einfach gewähren, nach dem Motto: Wir müssen uns als Team nicht mehr beweisen. Ich hätte sie jetzt dir zuliebe halten können, mich strecken und recken und so tun als ob es unglaublich schwer wäre. Aber es ist ehrlicher und cooler, solche Dinger auch mal einfach reinzulassen. DAS. IST. WAHRE. SPIELFREUDE. Leider hat das schwarz-weisse Zebra die Punkte gezählt, nicht wie wir früher auf dem Schulhofpausenplatz, wo es doch nur um den Spass ging? Tja. «Der Sonntag ist der Samstag für Amateure». So ist es, so sollte es sein und so bleibt es. Aber gegen die Wizards aka One-Man-Show spiele ich nicht wieder so bald, das kotzt mich an, sorry. Ich setzt mich jetzt schön in die Badewanne, trinke ein kühles Bier aus meinem Pokal, den ich mit 38 Jahren am Pingpong-Kinderturnier (max. zugelassenes Alter war 16) auf faire Art und Weise gegen die kleinen Pisser gewonnen habe, scheiss auf Amateursonntag und schau vielleicht noch einen Chuck Norris Film zum Runterkommen. Übrigens, Chuck Norris geht ohne Angel fischen, weil er stellt sich ans Ufer und

Wie aus der Lügenpresse

Wie aus der Lügenpresse und den anderen sich Medien schimpfenden Kanälen zu entnehmen war, soll das (unzertifizierte) Sturmhoch Roxana am Wochenende das Land der Eisgenossen ein wenig durchgerüttelt und gelüftet haben. Böse Zungen behaupten einfach, das war ein normaler Wintersturm. Es lässt sich kaum mehr beweisen, die Luft hat sich bereits gen Süden verdünnisiert. Ich behaupte jetzt einfach mal, dass die Schlauen unter den Byssern diese grüne Energieoption effizient genutzt haben und die komplette Ausrüstung zwecks Hyperdurchlüftung voll mit der Nase in den Wind hängten und den ganzen Mief weiterschickten. Behaltet die italienische Presse im Auge, da kommt vielleicht noch was ganz Dickes zurück. Mit neutral riechenden Ausrüstungen in der rustikalen Doldergarderobe traffen sich also 11 Bysser, die so richtig Lust hatten, hier und heute Punkte zu holen. Dolder, das heisst Höhenluft, Aussenfeld, praktisch unsichtbare Linien auf dem Eis und wie wenn sich ein Avantgardekünstler ausgetobt hätte, waren Laubblätter im Eis eingefroren, die ein schönes Mosaik darstellen sollten. Aber wer Kunst will, soll doch bitte in ein Museum oder so, die Bysser und die Züri Jaguars waren gekommen, um gepflegtes Eishockey zu spielen. Das Aufwärmen war nicht sooo berauschend, Strübi hat das in weiser Voraussicht übersprungen und ist direkt ins Spiel eingestiegen. Die Jaguars stehen ganz zuoberst auf der Tabelle, das wird schon seinen Grund haben, hat sich der eine oder andere gedacht. Sie spielten ganz anständig zusammen, bauten etwas auf, aber die fiesen Bysser störten sehr früh und hartnäckig und es gab einige gefährliche Schüsse. Knapp 10 Minuten waren gespielt, da gab es ein wenig Rummel vor dem Slot und Robi machte das 1:0. Geht doch! Die Bysser spielten ziemlich befreit auf und machten das wirklich toll, die Jaguars kamen nicht so richtig ins Spiel und Rüstü war heute im Wildkatzefängtalles-Modus. Einen Schuss an die Schulter konnte er nicht kontrollieren, die Scheibe flog drehend hoch und sie wäre wie eine kalte Schweissperle den Rücken hinabgerollt, und hätte den Jaguars den Abend mit einem Tor versüsst. Aber die Bysserbacks zeigten ihre Baseballskills und hauten die Scheibe aus der Luft weg, so dass die Jaguars erst mal staunten und auf ihre Sticks bissen, vor Wut. Kann man machen. Knapp 4 Minuten vor Drittelsende hauten die Jaguars dann doch das 1:1 rein. Naja, nicht super zwingend, aber zählt halt auch. Nicht einschlafen, dran bleiben. Die Bysser hatten keine Miefbarriere von den Rüstungen (Roxana sei Dank) und konnten so den Angstschweiss der Jaguars regelrecht riechen. Das würden noch zwei interessante Drittel werden! Erst mal wurde das Eismosaik geputzt, aber die Kunstkenner und Kritiker unter den Byssern schätzen dieses doch zu laienhafte Arrangement als das ein, was es war. Laub im Eis. Nicht mehr, und nicht weniger. Zurück zum Spiel. Die Bysser gaben von Anfang an den Tarif durch. Pressing und so hies es nach bereits 2 Minuten 2:1! Das grosse «C» war heute motiviert und das Zusammenspiel mit dem Topscorer Strübi zahlte sich aus. Geil, mehr davon. Aber leider schlich sich so langsam der Strafenteufel bei uns ein. Unterzahlspiel, ein Back haut sie einfach raus, spekuliert auf Icing. Constantin läuft nach vorne, der Goalie geht hinters Tor, die Scheibe prallt für ihn unglücklich von der Bande irgendwie ab, Consti profitiert, 3:1! Wie geil kann Eishockey sein! Zurück zum Strafenteufel. Er wollte heute sein Repertoire zur Schau stellen: von Beinstellen, 6 Spieler auf dem Feld, Scheibe über die Bande, Halten, Von der Strafbank wieder reinkommen und den Puck berühren, bevor der Spieler auf dem Eis steht, Schimpfen? Nein, das dann doch nicht. Aber das rächte sich halt leider knapp 3 Minuten vor Abpfiff des Mitteldrittels. 3:2. Okay. Nochmals wird das Mosaik geputzt. Das machen sie immer so, dort im hohen Norden bei der Dolderspitze, die übrigens Schnee-und Eisfrei war. Okay, nochmal Strom in die Hosen und ab geht’s. Powerplay für uns (Ja, gibt es selten. Darum für die, die es nicht wissen: Das ist, wenn wir einen Spieler mehr auf dem Eis haben dürfen für 2 Minuten). Und wir machten gleich zu Beginn mächtig Druck in ihrer Zone und schossen aus allen Rohren. Peng, Peng! Strübi stand im Slot und diesmal ging sie auch rein! Keine 2 Minuten später, die Defense der Bysser bringt die Scheibe nicht richtig raus in Unterzahl und die hartnäckigen Jaguars verkürzen auf 4:3. Nicht nachlassen, nach vorne spielen. Aber die Strafenflut machte uns einen Strich durch die Rechnung. Die Jaguars warfen nochmal alles nach vorne und spielten effizient: Schuss, Abraller, Rebound, Goal, Gaggi. 4:4 und noch eine Viertelstunde zu Spielen. Wir können uns einzig vorwerfen, uns selbst mit dummen Strafen ermüdet zu haben. Chancen hatten wir trotzdem, aber irgendwie wollte es uns nicht mehr gelingen. Die Schüsse kamen, aber entweder kratzte sie der Keeper, oder der Rebound wollte nicht reinrutschen. In der Schlussminute wurde es nochmals spannend. Leider wurde unser Breakaway jäh vom Schlusspfiff abgebrochen. Vielleicht wäre das der Lucky Punch gewesen? Wer weiss. Wir nehmen den Punkt auf jeden Fall gerne nach Hause. Wäre mehr drin gelegen? Definitiv. Im Hinspiel haben wir die Jaguars bezwungen und anscheinend liegen sie uns als Gegner nicht so schlecht. Der Gegner ist mit dem Unentschieden besser bedient als wir und sicher nicht ganz unglücklich damit. Es war ein geiles Spiel, fair, unterhaltsam, torreich und vielleicht, aber nur vielleicht haben wir uns bei den Hockeygöttern mit diesem Spiel wieder ins Gespräch gebracht. Noch etwas Wichtiges: Es sind nur noch 3 Spiele auf dem Gameplan diese Saison. Wir hätten dringend Punkte nötig. Es ist noch nicht entschieden, ob es dieses Jahr einen Abstieg vom B ins C für 1 oder 2 Teams gibt. Wir stehen auf dem 6. von 7 Plätzen. Will heissen: Motiviert euch doch noch für 1-2 Spiele! Es gibt einige Gesichter, die leider selten oder nie in der Garderobe zu sehen waren diese Saison. Deine nächste Gelegenheit ist bereits am Sonntagmorgen in Oerlikon! Also, einschreiben und mit uns zusammen ein gutes Spiel gegen die Wizards zeigen! Wer ist dabei??? Ich habe langsam klapprige, kalte Finger vom Schreiben in der Kälte (ja, ich mach das meist post ludum auf dem Balkon) und geh mir jetzt entweder über die Finger pinkeln, schütte heissen Kamillentee drüber, oder doch lieber

Soso....

Soso, Tabellenletzter gegen Zweitletzter. Die Partie hatte im Vorfeld viel zu reden gegeben, die Medienvertreter waren froh, dass es mal ein anderes, spannenderes Thema als das omnipräsente Pandemiekackding gab und hatten sich die Finger wundgeschrieben, welches Team welchen Vorteil hätte. Die Ice Birds standen mit dem Rücken zur Wand, die Bysser waren mit einem Sieg in der Tasche auch nicht gerade der grosse Favorit in dieser Partie. Also musste es auf dem Eis ausgetragen werden. Die 10 Birds in Schwarz hatten sich wohl vor der Partie literweise mit Perskindol eingerieben und gegurgelt, die wollten heute was holen! Die ersten Minuten spielten die Birds wie Vögel halt spielen, viel Geflatter, aber nicht wirklich gefährlich. Und die schönen Bysser, tja, die waren auch auf dem Eis und versuchten etwas wie Eishockey zu spielen. Sah es schön aus? Das werden wir wohl nie erfahren, da die Zuschauer und die Medienvertreter allesamt von den Tribünen verbannt worden waren. Es waren noch knapp 5 Minuten im Startdrittel zu spielen und ein Bysserback dachte, es wäre jetzt vielleicht eine gute Idee, vor der eigenen Kiste einen Querpass nach vorne zu spielen. Jeder, aber wirklich jeder Piccolo hätte ihm widersprochen und entgegnet, dies hätte ihnen ihr Coach in der ersten Lektion so nicht beigebracht, weil dumm. Ein aufmerksamer Birdsflügel bedankte sich für die Vorlage und haute sie Rüstü rein. Die Bysser waren total geschockt und knapp eine Minute später flogen die Birds wieder auf Rüstü zu und machten das 0:2 rein. Wie? Ach, lassen wir das. Teepause, okay, Fokus nach vorne und auf die Stärken konzentrieren. Das Eis im Eselriet war spiegelglatt und sauber gepützelt, also ideale Vorrausetzungen. Lars K, einer unserer Gastspieler hatte dies ziemlich gut gemacht. Anpfiff, Bully, Angriff, Tor! So einfach könnte es doch gehen! Die Bysser wollten da gleich eins drauflegen, aber irgendwie klappte das nicht so wie im Training und so blieben die nächsten knapp 24 Minuten torlos. Es gab auf beiden Seiten Chancen, aber wenig Zwingendes. Ganz ehrlich, hätte ich so einen Match im TV gesehen, ich hätte weggezappt auf eine Tierdoku mit Pandas, die im Dschungel ausgewildert werden oder so was und erst auf das Schlussdrittel wäre ich wieder dazugestossen. Anzumerken ist, dass in einer Zusammenfassung dann noch die Weltklasseparade bzw Fanghandaktion von Rüstü in mehrfacher SloMo gezeigt werden würde. Da rutsche sogar Karel die Pfeife fast aus der Hand, als er sah, wie dieser geschmeidig und mit Reflexen einer zweijährigen Katze ausgestattet die Scheibe kratzte! Rüstü hat den Birds einige Dinger vermiest, einfach nur 3 Sterne von 3! Okay, zurück zu Lück ins letzte Drittel: Nach knapp 10 Minuten dribbelte Chris sich irgendwie durch (es war wie wenn ein Panzer durchs Böllelibad in der IKEA fräsen würde und alle Kinder die darin versteckt sind, flogen weg wie Springteufel) und wollte die Kiste wirklich so richtig endlich machen! UND SIE rutschte sehenswert rein! Grenzenlose Freude! Der Keeper der Birds tat mir fast ein wenig leid, aber nur fast. Bysser gleich wieder ans Anspielbully, Puckgewinn, Pass auf Götz und der haut sie dem Keeper so was von Sonntagsknaller unter die Latte! Der Keeper hatte wohl einen fahren lassen und war leicht gebückt, und diese kleine Lücke fand der Scharfschütze! J.U.B.E.L.!!!! In knapp einer Minute von 1:2 auf 3:2 gedreht! Das ist Eishockey, Baby! Okay, noch knapp 10 Minuten stehen auf der Uhr, uffzghghgha, das ist viel, aber machbar. Einfach weiterspielen, nicht hinten hineinstehen, routiniert zu Ende spielen, nicht an den Sieg denken. Die Birds zündeten nochmals die letzten Energieraketen und wir kamen arg ins Schwitzen. Knappe 3 Minuten vor Spielende fahren sie vor unsere Kiste, stehen im Slot und schiessen einfach drauflos, kanadisch auf den Rebound draufgeknallt und FUCK! Es steht 3:3 auf der Anzeigetafel! Na gut, Kopf nicht hängen lassen und mit erhobenem Kopf weiterspielen. Was machen die Bysser? Sie rennen den Birds nach, die das Momentum haben und wie kann es anders sein? Wir holen eine Strafe wegen irgendwas. Dumme Strafe, falscher Zeitpunkt. Die Birds beissen sich in Überzahl bei uns im Drittel fest, wieder kanadisch, auf die Kiste abziehen, Rebound, Stocher, Stocher, Goal. Das ist Eishockey, Baby! Die letzten 10 Sekunden laufen auf der Spieluhr, Karel pfeift ab, die Frustkotze ist beim Gurgeli oben. Was können wir aus diesem Spiel mitnehmen? Mehr Schüsse aufs Tor generieren Chancen. Das Spiel ist.erst.vorbei.wenn.der.Schiri.abpfeift… Die Birds hatten sich den Sieg irgendwie ein wenig mehr unter dem Weihnachtsbaum als Geschenk gewünscht als wir. Ein Barttrimmer wäre eine gute Alternative gewesen, aber das ist eine andere Geschichte. Wir haben im Schlussdrittel Eier gezeigt, aber das reicht leider nicht immer. Ein Unentschieden wäre okay gewesen, nur haben uns die Birds in den letzten Sekunden wie eine darmproblemgeplagte Taube fett auf den Helm gekackt. Wir haben diese Saison noch 4 Spiele, wo wir die Bysser-Ehre retten können. Ach ja, ein Rückspiel mit den Birds wird unser letztes Game der Saison 21/22 sein, also los! Termin in die Agenda eintragen und nochmals alles geben! Sahen wir Scheisse aus? Ansichtssache, Schönheit kann auch von innen